Intersektionale Gesundheit

Intersektionale Gesundheit

Intersektionalität- was ist das überhaupt?

Wir leben, fast überall auf der Erde in Gesellschaften, die von Machtstrukturen geprägt und gestaltet sind. Eine Machtstruktur kann zum Beispiel daran erkannt werden, dass die einen Personen, nämlich die Privilegierten, als „richtig“ in Wahrnehmung und Auffassung dargestellt werden und die anderen Personen, nämlich die Benachteiligten, als „falsch“ bzw. fehlerhaft und unzureichend.
Machtstrukturen, in denen Benachteiligung bzw. Privilegiertheit auftreten sind z.B. Klassismus, Rassismus, Sexismus, Hetero-Sexismus, Bodyismus, Anti-Semitismus und viele mehr. Diese Machtstrukturen bieten bedauerlicherweise den Rahmen für die Gesellschaft, in der wir leben und prägen z.B. Politik, Medien und natürlich jedes einzelne Leben.
Intersektionalität findet dann statt, wenn eine Person auf mehreren Ebenen Diskriminierung ausgesetzt ist, oder als Kind ausgesetzt war, wenn sich also zwei oder mehr Sektionen kreuzen.
Mit dem Konzept Intersektionale Gesundheit oder Gesundheit für Menschen mit Intersektionalitätserfahrung, haben wir Menschen im Blick, die struktureller Benachteiligung in verschiedenen Bereichen ausgesetzt sind und gleichzeitig gesund, selbstbestimmt und fröhlich leben möchten.

In einem Gesundheitsworkshop einigten sich zwölf Mädchen* und junge Frauen* hinsichtlich der Frage „Was heißt für Dich gesund sein?“ auf die gemeinsame Antwort:“ Gesund bin ich, wenn ich richtig bin!“.

Richtig sein, sich selbst als genau richtig zu akzeptieren und anzuerkennen ist notwendig, um selbstbestimmt und wirkmächtig zu leben. Methode und Ausdruck von Machtstrukturen ist es aber, den Benachteiligten die eigene Wirkmächtigkeit und Definitionsmacht abzusprechen bzw. zu erschweren.
Für ein Leben in Selbstbestimmung ist es also notwendig, einen sicheren Raum zu haben, in dem die eigenen Wahrheiten und Perspektiven wahrgenommen und ausgesprochen werden können.

Im interview des AKF auf die Frage warum Rassismus Sensibilisierung in der Frauen* Gesundheitsarbeit wichtig ist einigte ich mich mit den Kolleginnen Saboura Naqshband und Denise Bergold-Caldwell auf die Folgende Antwort:“…Alltäglicher Rassismus über Zuschreibungen ist wie eine Dauerbeschallung und natürlich viel häufiger als gewaltvolle Übergriffe von Rechtsradikalen. Er wird ständig erlebt und niemand berichtet darüber. Frauen* und Mädchen* sind in besonderer Weise betroffen, weil sie in vielerlei Hinsichten Übergriffen (auch wörtlichen) anders ausgesetzt sind.
Durch die Verschränkung von sexistischen und rassistischen Strukturen kann es zu Marginalisierung kommen. Wenn dann auch noch Klassismus dazu kommt, entsteht eine besonders geballte Form der Intersektionalitätserfahrung, die eine gesellschaftliche Teilhabe sehr schwer machen kann. Teilhabe ist aber für eine gesunde Psyche und auch für Gesundheit im Allgemeinen unabdingbar.“
Das ganze Interview hier:
https://www.arbeitskreis-frauengesundheit.de/2018/01/11/das-akf-interview-nr-13-rassismus-in-der-frauengesundheitsszene-in-deutschland/

Unsere Methoden dienen vorrangig der Stärkung und Stabilisierung von Menschen, die von den negativen Auswirkungen von Intersektionalität betroffen sind. Sie wurden inspiriert und zusammengetragen aus der systemischen Therapie, der Hypnotherapie (nichts ist wirkmächtiger als unsere inneren Bilder), der Körperarbeit, der Tanz- und Sexualpädagogik. Wir arbeiten mit Einzelpersonen, Paaren, Familien und Teams, immer mit dem Ziel eines gerechten Lebens auf Augenhöhe für alle Beteiligten.