Intersektionale Mädchen*Arbeit und Prävention

Seit vielen Jahren entwickle ich Konzepte, Methoden und Projekte für intersektionale Mädchen* Gesundheitsarbeit- Sexualpädagogik und -Prävention.

Mir fiel früh auf, dass Jugendliche, die den negativen Auswirkungen verschiedener Diskriminierungen ausgesetzt sind, meist auf jede einzelne Form der Diskriminierung empfindlicher reagieren. Der Wunsch, nach Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit auf allen Ebenen scheint also deutlicher ausgeprägt bei denjenigen, die Stress und Ungerechtigkeit durch verschiedene permanente Benachteiligungen erleben.

Hinzukommt, dass Jugendliche durch Abwertungen und Fehlinformationen, die den Körper betreffen stark verunsichert werden. Der Körper, der medial und leider auch oft in der Medizin bei weiblichen*, trans*, nb* und inter* Personen pathologisiert, sexualisiert und/oder als falsch bzw. fehlerhaft dargestellt wird, wird immer seltener als Kraftquelle und empowernder Ort erlebt. Gleichzeitig ist unser Körper der Ort, an dem wir uns „richtig“ fühlen müssen, um so etwas wie Stärke und Selbstbewusstsein erleben zu können.

Ich habe NRW- weit viele Projekte für Jugendliche geleitet, ein einziges Mal, in einem Projekt zum Thema psychische Gesundheit und Resilienz habe ich versucht, den Start über die gute Körperanbindung auszusparen und gleich mit Resilienzübungen und Empowerment Strategien zu starten.
Dies hat deutlich schlechter funktioniert, als jede Einheit, in der zunächst alle Personen über den Körper die Möglichkeit erfahren, richtig definiert zu sein. Diese Erfahrung hat mich dahingehend bestätigt, dass die Anbindung an den Körper für mich einen essentiellen Bestandteil meiner Arbeit darstellt.

In der Pubertät geht es viel um die Selbstpositionierung als sexuelles Wesen.
Föten verfügen alle in den ersten Lebenswochen über das identische Urgenital. Daraus entwickeln sich im Laufe der Schwangerschaft der Mutter die eigenen Genitalien, die, wie alle anderen Körperteile auch, bei jedem Menschen unterschiedlich aussehen.
Aber mit der Geburt werden den einen Personen, ausschließlich aufgrund der Genitalien eher aktive, anderen Personen eher passive, wieder anderen ganz fehlerhafte Eigenschaften zugesprochen. Das ist zwar absurd aber leider auch sehr wirkmächtig. Vor allem da dies seit vielen Jahrhunderten so praktiziert und vermittelt wird.

Sich neu, selbstbestimmt und frei kennenzulernen, erfordert also eine neue Form der Positionierung. Dabei unterstütze ich.

Meine Resilienz- und Empowerment- Strategien und die Methoden und Materialien aus dem 5+1=Meins® Konzept sind inspiriert aus Systemischer- und Hypnotherapeutischer- Perspektive, der Transaktionsanalyse und der Sexual- Tanz- und Theater- Pädagogik.